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Studentengruppe am Dach von Wire

cos17 Abschiedstour – Berlin 4 Tage und 4 Nächte

Lesezeit: 3 Minuten

Nachdem wir im Zuge das Masterstudiums Content Strategie an der FH Joanneum einige Präsenzwochen und Wochenenden hinter uns gebracht haben, fand die Vorletzte in Berlin statt. Wie der Titel bereits vermuten lässt, schwang dabei etwas Wehmut mit. Denn vor rund zwei Jahren startete eine Reise, als ich bei einer Wanderung den Entschluss fasste mich berufsbegleitend einer neuen Herausforderung zu stellen. Mein Umfeld sagte mir zum Großteil Unterstützung zu. Das war wichtig, denn ich hatte Vorbehalte und Selbstzweifel. Zwei meiner Kollegen studierten zu dieser Zeit bereits berufsbegleitend und verzichteten auf vieles, hatten wenig Zeit und waren häufiger krank. Mir fiel der Entschluss damals nicht leicht, nachdem es jedoch feststand, wuchs der Optimismus und die Zuversicht. Aktuell befinde ich mich in einer sehr herausfordernden Phase, blicke aber sehr glücklich in die Vergangenheit und etwas wehmütig in die Zukunft, denn wie wird es danach sein? Eine Frage, mit der ich mich bereits in diesem Beitrag beschäftigte. Daher weg von der Wehmut, hin zur Freude. In vier intensiven Tagen haben wir in Berlin einiges gesehen und erlebt, daher eine Zusammenfassung meiner Highlights.

Wire

Bei Wire handelt es sich um einen Messaging Dienst, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die sicherste Art der Zusammenarbeit anzubieten. Nachrichten sind von Ende zu Ende verschlüsselt und der Service dennoch für die private Nutzung kostenlos. Neben dem verantwortlichen Informationsarchitekten und Content Strategen stellten uns auch das User Experience und Customer Excellence Team ihre Arbeitsweisen vor. Um die User Experience zu verbessern, wird regelmäßig primär geforscht, was mich positiv überraschte. Wire veröffentlicht außerdem die Richtlinien online. Das fand ich interessant, denn wer kennt nicht die Problematik, dass auf alte Versionen des Corporate Deisgns oder ähnliches zugegriffen wird und nicht konforme Inhalte entstehen.

Die Tageszeitung – taz

Eine  Tageszeitung, die 1978 in Berlin aus einer Bewegung entstand und rückläufigen Abonnements und Inseraten auf ihre Art und Weise begegnet. Die taz stellt ihre Inhalte im Netz nach wie vor vollinhaltlich unentgeltlich zur Verfügung. Es wird auf eine Paywall, die von vielen Medien verwendet wird, verzichtet. Um die Unabhängigkeit zu wahren, sind Beteiligungen an der taz ab 500 Euro bis maximal 100.000 Euro möglich, wobei unabhängig vom Betrag immer nur eine Stimme erworben wird. Ein weiteres interessantes Produkt ist „taz zahl ich“. Leserinnen und Leser zahlen freiwillig für die konsumierten Inhalte auf taz.de. Damit wurden 2018 rund 1 Million Euro umgesetzt, ein Wert von dem viele Medien mit Paywall träumen. „taz zahl ich“ ist einer der Bausteine um das Sterben der Printabos abzufedern und sich auf neue Beine zu stellen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verdienen im Vergleich weniger, profitieren aber beispielsweise von Freiheiten was Nebenerwerbstätigkeiten betrifft. Mitbewerber sind hierbei weit restriktiver.

Mozilla

Der zweite Tage begann bei Mozilla, einem Unternehmen, dass ich unter dem Namen Netscape noch aus dem Informatikunterricht kannte. Mozilla ist ein Non Profit Unternehmen und legt die Arbeit einem Manifest zugrunde. Im Vergleich zu anderen Suchmaschinen werden weniger Daten gesammelt und diese nicht weitergegeben. Neu war für mich der  Firefox Monitor, ein Service zur Überprüfung ob eine E-Mail Adresse von einem Datenleak betroffen war. Hier der Link zu diesem.

Weltweit kümmern sich rund sieben Personen um die Kommunikationsagenden des Unternehmens. Mozilla legt Wert auf Primärmarktforschung und erhebt selber Daten um die Zielgruppe besser kennenzulernen. Der neueste Kommunikationskanal ist der Podcast. Über was wir wenig erfahren haben, aber sehr interessant ist, Mozilla verfügt über eine große Community, aus welcher auch zunehmend Mitarbeiter rekrutiert werden.

C3 – Creative Code and Content

Bei C3 handelt es sich um eine vielfach prämierte und um die vermutlich bedeutendste Content Marketing Agentur im deutschsprachigen Raum. Das Unternehmen entstand aufgrund einer Fusion eines Verlags und einer Editorial Design Agentur. Es gliedert sich anhand der Kunden in Teams und arbeitet agil. Im Bereich Content Marketing können de facto alle Leistungen in house abgewickelt werden. Beim Besuch wurden uns unterschiedliche Projekte vorgestellt und wir hatten die Möglichkeit uns mit den Projektverantwortlichen zu unterhalten. Einmal mehr wurde mir bewusst, wie viele Rollen ein Content Stratege in der Praxis meist einnimmt – von der User Experience bis hin zum Marketing Controlling.

Essensempfehlungen

Berlin ist eine Stadt der Begegnung. Neben der Diversität wirkt sich dies auch äußerst positiv auf die Kulinarik aus. Meine absolute Frühstücksempfehlung ist „Zeit fürs Brot“. Nimm dir dort auch Zeit für eine Zimt- und/oder eine Mohnschnecke. Abends empfehle ich Dr. To´s in Neukölln. Es beschreibt sich als panasiatische Fusion Küche. Ich fand die asiatischen Tapas sehr lecker. Eine vietnamesische Alternative gibt es mit der momotaro tavern unter dem Fernsehturm in der Nähe des Alexanderplatzes. Last but not least ist für Nachtschwärmer der HAS Backshop in der Braunschweiger Straße ein Geheimtipp. Hier werden 24 Stunden am Tag frische Fladen direkt aus dem Fenster der Backstube verkauft.

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