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Das Internet – Unser aller Taschenmesser

Lesezeit: 3 Minuten

Tim Kadlec spricht in seinem Vortrag „Unseen“ über die Internetbenutzung und macht dabei auf ein großes Problem aufmerksam. Und zwar, dass es nicht jedermann gleichermaßen zugänglich ist.

„Wir benutzen es alle“ wäre vielleicht eine Aussage, bei der man sich zu weit aus dem Fenster lehnt und würde nicht ganz der Wahrheit entsprechen. Die Rede ist vom Internet. Gut 3,5 Milliarden Menschen weltweit sind es allerdings schon: groß, klein, arm, reich, gebildet, nicht so gebildet , dick, dünn– egal!

Die Hauptgedanke ist, dass es einem jeden zugänglich ist und uns alle auf die ein oder andere Weise voranbringt. Einen Landwirten zum Bespiel, der sich mit Hilfe des Internets sozial und wirtschaftlich unabhängiger macht. Oder viele andere – nette – Beispiele. Toller Gedanke, der nicht für alle aufgeht! Über die Prozesse im Hintergrund machen wir uns wenig Kopf, funktionieren soll das Ganze nur. Nicht alle, die das Internet benutzen (möchten), haben dieselben Voraussetzungen – und die Rede ist nicht hier von Bildungsstand, Körperbau oder Versiertheit im Umgang mit Internet. Nein. Kadlec spricht dabei vor allem von Usern mit Behinderungen und betont, dass viele Websites ihren Ansprüchen nicht gerecht werden. Dies verdeutlicht er gut anhand des Beispiels „Hide and seek“ – also „Verstecken speilen“. Erst ein Perspektivenwechsel führt zu Fortschritten. Für die Internetbenutzung kann man das folgendermaßen interpretieren: Sobald wir uns alle möglichen Szenarien ausmalen und uns für sie wappnen, schaffen wir bessere Voraussetzungen.

Internet: Waffe für Frauenrechte (?)

Kadlec wirft während seines Vortrags immer wieder Zahlen und Fakten um sich. Diese jetzt zu wiederholen wäre ein leichtes Spiel, aber mein Beitrag soll ja gelesen werden, deshalb picke ich mir die Sache raus, die mich berühren und irgendwie auch betreffen.

Er spricht von vier Hürden im Hinblick auf „Accessablity“. Eine davon ist „Affordability“, also die „Finanzierbarkeit“. Interessant ist diese Art von Hürde insofern, da die Kostenfrage häufig als Grund herhalten muss, warum so viele Männer Handys mit Internetzugang haben, während das bei Frauen nicht der Fall ist.

„Mobile phones are really dangerous for women“

Dabei zielt er vor allem auf Länder wie Indien ab, ein armes Land mit niedrigem Einkommen. Alles Blödsinn! Der wahre Grund ist, dass ein Handy mit Internetzugang Frauen zu mehr Macht verhelfen würde. Die Macht, sich zu informieren, vielleicht sogar lesen zu lernen, ihre Rechte wahrnehmen. Ja vielleicht sind Mobilgeräte mit Internetzugang gefährlich, aber für wen sei mal dahingestellt.

Abschließend möchte ich noch auf etwas eingehen, das ich für mich als wichtig verstanden habe, wenn es um Zugänglichkeit des Internets geht. Die Rede ist von den „three pillars“, also den drei Säulen, die maßgeblich daran beteiligt sind, das Internet zu optimieren und es somit zugänglich(er) zu machen. Diese lauten „performance“, „accessablitly“ und „security“. Doch bevor ich darauf näher eingehe muss ich erstmal spoilern:

Alle drei Komponenten werden nie zur Gänze optimal sein, doch ihre Optimierung sollte in jedem Fall immer angestrebt werden. „Security“ impliziert, dass alle Daten stets geschützt sind immer unter sicheren Bedingungen übertragen werden.

„Accessability“ fasst im Großen und Ganzen die Quintessenz dieses ganzen Vortrags zusammen: JEDER User sollte Zugang zu allen im Internet gebotenen Funktionen haben und diese in Anspruch nehmen können. Unter „Performance“ versteht Kadlec jene der Websites. Diese sollte eine schnelle Ladezeit vorweisen und ihre Funktionen sollten immer abrufbar sein. Eine schlechte Website Performance hat auch wenige Website Besucher zur Folge. Alle drei Säulen sind unsichtbar. Sichtbar werden, sie erst dann wenn Mängel zu verzeichnen sind.

Zusammenfassend ein interessanter Vortrag, manchmal überspitzt und wagemutig formuliert, deshalb aber nicht weniger wahr. Wenn wir unsere Perspektive gelegentlich ändern, stoßen wir auf Probleme und eventuell auf Lösungen. Von letzterem können unwahrscheinlich viele profitieren.

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