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Men at work

Selbstmanagement – was tun wenn die Zeit nicht reicht

Lesezeit: 3 Minuten

Ja es gibt sie, Morgen an denen ich vor dem Aufstehen daran denke, was heute alles zu erledigen ist und Abende an denen mir noch offene Aufgaben durch den Kopf schwirren. Zeiten in denen Telefonate schon geplant sein müssen. Ich bin in die Mission berufsbegleitendes Studium gestartet und habe mich drei Jahre nach meinem Bachelorstudium wieder auf die Fachhochschule gewagt. Wie ihr euch denken könnt, keine leichte Entscheidung. Ich musste mich aus meiner Komfortzone bewegen und mich neuen unbekannten Herausforderungen stellen. Erschwerend kam hinzu, dass zwei meiner Kollegen den berufsbegleitenden Weg vor mir eingeschlagen haben und ich hautnah miterlebte wie sie dabei an ihre Grenzen stießen, Rückschläge hinnahmen und auch gesundheitlich darunter litten. Das liest sich jetzt sehr theatralisch, aber eines habe ich gelernt, es gibt Situationen in denen weder beruflich auf das Studium, noch umgekehrt Rücksicht genommen werden kann. Wenn du gerade in einer dieser Phasen bist – „Welcome to the Crunchtime.“ Keine Angst, du bist vermutlich nicht in dieser Situation, weil du sonst keine Zeit hättest diesen Beitrag zu lesen.

Dennoch habe ich die Entscheidung für ein berufsbegleitendes Studium getroffen um  die nächsten Schritte in Angriff zu nehmen. Solidaritätsbekundungen aus meinem Umfeld erleichterten dies. An dieser Stelle danke Mama und Papa, dass ich  sonntags bei euch teils unterversorgt und mit Bergen von zu bügelnden Hemden willkommen bin. Allerdings stellt sich die Frage wer euch sonst eure Probleme mit diesem Internet lösen würde?

Erfolg oder Misserfolg

In Belastungsphasen neige ich dazu die Sinnfrage zu stellen. War es die richtige Entscheidung oder nicht? Hierzu ist meine Meinung klar und wenn du diesen Beitrag liest hat sie sich dies auch nicht geändert, ansonsten hätte ich diesen bereis gelöscht.

Es war wohl eine der besten Entscheidungen, die ich bis dato traf.

Erstens habe ich in meinen Studienkolleginnen und Kollegen nicht nur Leidensgenossen gefunden, sondern Weggefährten und alleine ihretwegen freue ich mich auf die Präsenzeinheiten. Teambuilding wird auch außerhalb der Vorlesungen und Gruppenarbeiten groß geschrieben. Wir lernen viel voneinander.

Zweitens war die Wahl des Studiums Content Strategie für mich definitiv die Richtige. Ich vertiefe mein Wissen in einer Disziplin die noch in ihren Anfängen steckt, der aber gewiss die Zukunft gehört. Außerdem konnte ich im Beruf bereits viele Inhalte umsetzen beziehungsweise im Zuge der Lehrveranstaltungen für Unternehmen implementieren.

Drittens hat sich mein Horizont erweitert und ich habe noch kein Studium erlebt, in dem der Studiengangsleiter 25 Studentinnen und Studenten zu sich einlädt und bekocht. Wenn ihr das schon mal erlebt habt, hinterlasst mir bitte einen Link zu diesem Studium in den Kommentaren.

Aber…

Irgendjemand hat irgendwo einmal gesagt: „Everything before the but is bullshit.“. Also werde ich anders beginnen. All die aufgezählten Aspekte spiegeln die positiven Seiten wieder. Die Art und Weise wie das Studium organisiert ist, bringt neben den zahlreichen Vorteilen auch Nachteile mit sich. In diesem Zusammenhang gibt es natürlich Phasen in denen ich nicht weiß was ich bis wann wo abgeben muss und wie ich es überhaupt fertigstellen kann ohne auf Schlafen, Essen, Trinken oder die schönste Nebensache der Welt zu verzichten. Mittlerweile habe ich aber gelernt besser damit umzugehen.

Content? – Nein Organisation ist King

Oft bemerke ich, dass ich in Phasen in denen mehr zu tun ist, eine gedankliche Barriere aufbaue. Dann versuche ich mir die positiven Aspekte in Erinnerung zu rufen, allen voran, dass mich die Inhalte weiterbringen. Denke ich daran, löst das die Handbremse etwas und das Erklimmen des Gipfels scheint möglich zu sein.

Wie gehe ich an eine Vielzahl an Aufgabe heran, die eng terminiert sind? Meist habe ich diese schon gedanklich gereiht, oft auch nach dem Sinn den ich dahinter für mich erkenne. Danach rufe ich mir das Projektmanagement Dreieck in Erinnerung welches besagt, dass ein Projekt in einer gewissen Qualität gewisse zeitliche und/oder finanzielle Ressourcen benötigt, wie in der Grafik dargestellt.

Um eine Aufgabe in kürzerer Zeit zu absolvieren ist es möglich Einbußen in der Qualität oder höhere Kosten in Kauf zu nehmen. Die dritte Variante Mehrkosten ist im Zuge des Studiums keine Variante, im Beruf schon. Wird an einer Stellschraube gedreht, wirkt sich dies auf die anderen Aspekte aus. Mehr dazu hier. Aufgrund der Vielzahl an Vorlesungen und Aufgaben ist es notwendig eine Priorität für sich zu definieren. Ich priorisiere hierbei nach meinen Interessen und worin ich den größeren Mehrwert für mich erkenne.

Sollte die Schockstarre noch immer anhalten, wende ich Trick 17 an. Ich denke an meine Studienkolleginnen, die Beruf, Kinder und Studium erfolgreich managen. Dabei verfliegt bei mir der letzte Rest des Selbstmitleids. An dieser Stelle ziehe ich meinen Hut, nein, ich verneige mich vor euch – Ihr seid die wahren MVPs.

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