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So bewerbt ihr euch um euren (Traum-)Job

Lesezeit: 4 Minuten

…oder so bewerbt ihr euch selbst

Wenn es um den Titel „Wer hat die meisten Jobs im Laufe seines COS-Studiums hinter sich gebracht“ geht, dann sieht’s wohl so aus, als wäre ich eure Königin. Wenn ich es nicht besser wüsste und vor allem wenn man sich meinen Lebenslauf näher ansieht, macht es fast den Anschein, ich sei ein Jobhopper. Aber das bin ich eigentlich gar nicht. Die letzten Jahre waren turbulent, es gab tolle Offerten, ich bin jung, ich brauchte das Geld, meine Mama hat mich gezwungen… kann man alles irgendwie gelten lassen. In diesem Blogbeitrag geht es aber weniger um die Jobs, die ich hinter oder vor mir habe – das ist eine längere Geschichte und die verdient auch ihren eigenen Blogpost.

Mein Ziel ist es eher, ein paar Tipps zum Bewerbungsprozess zu geben, solltet ihr gerade mit einer Ausschreibung heiße Blicke austauschen. Hier kommen sie also, drei Ratschläge, wie ihr Anfängerfehler vermeidet und euch mit Sicherheit ein paar Bewerbungsgespräche sowie mit viel Glück vielleicht auch den Traumjob angelt.

Sagt die Wahrheit!

Fangen wir mit den persönlichen Interessen an. Die kommen ja eigentlich zum Schluss, bei mir aber nicht. An den harten Fakten wie Alter, Ausbildung und Arbeitserfahrung (A-A-A) bleibt nur wenig zu rütteln. Es ist wie es ist.

Was die Hobbies angeht gibt es mehr als nur 50 Shades of Grey. Merkt euch das. Macht ihr gerne Sport, liebt es zu kochen und verreist total gerne? Schön. Behaltet das aber bitte für euch, denn kein Schwein interessiert das. Herzlichen Glückwunsch, weil ungefähr 3248.394.372 Menschen machen das auch gern und die klugen behalten es für sich. Oder sie schreiben es zumindest nicht in ihren Lebenslauf. Sie atmen und essen auch hin und wieder. Kommt euch bekannt vor? Vom Hocker haut ihr damit euren Lesenden also bestimmt nicht.

Außer er ist vielleicht eingeschlafen oder hat sich aus dem Fenster gestürzt, weil er immer vom Reisen, Kochen und Sport lesen muss und den Job in der HR-Abteilung am liebsten gegen ein Stamperl Bleiche tauschen würde. Wollt ihr das? Wollt ihr der Grund sein, dass jemand mit voller Absicht Bleiche trinkt, damit er den Scheiß nicht mehr lesen muss? Dann lasst es und macht es besser. Ihr könnt auch ehrlich sein. Je nach Branche gibt’s genug Handlungspielraum und je schräger und perverser desto besser.

Das sind beispielsweise meine besonderen Interssen:

Und nichts davon ist gelogen!

PS: selbiges gilt übrigens auch für eure Tinder-Beschreibung!

Lügt!

„Sehr geehrte Damen und Herren, mit großen Interesse habe ich die ausgeschriebene Stelle als (…) gelesen und bewerbe mich hiermit…“ – das ist so, wie wenn man ein Mädl im Club mit „Mmm, geil.“ anspricht. Beide Sprüche führen weder in die heiligen Hallen eines Konferenzraums, noch öffnen Sie die Pforten zu einer heißen 3er-Mädels-WG um 2 Uhr morgens. Da braucht es schon ein bisschen mehr. Wie wär’s also mit einer Lüge? Lügt, was das Zeug hält. Je abstruser die Lüge, desto besser. Wichtig ist nur, dass ihr die Lüge noch im Motivationsschreiben gesteht bzw. auflöst. Das zeigt euch gleich auch von einer ehrlichen, fast ritterlichen Seite. Lügen ist echt ok und ganz ehrlich: Der Zweck heiligt die Mittel. Man bewirbt sich ja schließlich nicht um den Titel „Das schönste Andrea Berg Lip Synch“, sondern vielleicht um 80.000 Brutto und einen Firmenwagen.

Schreibt also der HR-Lady doch mal, dass ihr beim Lesen der Stellenausschreibung mit eurem Lambo fast ein Babykätzchen überfahren hättet. Erklärt auch warum: Weil die Stelle einfach wie maßgeschneidert für euch ist. So wie Mariah Careys Kleider, in die sie häufig eingenäht wird. Und dann am Ende lässt ihr die Bombe platzen: „Ein Geständnis: Ich besitze gar keinen Lambo und das Babykätzchen war auch nur ein Stein, über den ich fast gestolpert wäre. Aber NUR, weil mich Ihre Stellenausschreibung so abgeholt hat. Und noch ein Geständnis: Sonst lüge ich eigentlich nicht.“ So oder so ähnlich. „BÄM“ würde Hubert Weizer jetzt sagen.

Lächelt doch mal

Für die Bewerbungsbilder gilt: Zahn ist das neue Brust. Coole Worte reichen oftmals nicht aus. Ihr braucht ein cooles Foto. Deshlab haltet euch bedeckt (die Mädels wissen Bescheid), schmeißt den Selfie-Stick ins Osterfeuer und verzichtet auf Fotos, denen man die 2,4 Promille ansieht. Fotos mit Stil kommen da besser, auch wenn sie gestellt sind. Weiß doch keiner, dass eure Freundin die um halb 1 morgens gemacht hat, während man oben Hemd mit Sacko und unten nichts trägt. Oben Business, unten Party halt.

Besser sind Bilder, auf denen ihr so auseht, als würdet ihr was tun, aber Gegenteiliges ist er Fall. Seht doch einfach mal nicht in die Kamera und vor allem: macht keinen Sex mit der Kamera! Wenn dann gib der Kamera einen überheblichen Blick á la „Ihr wollt mich, aber versteht, dass es ein Privileg ist, mich zu kriegen.“. Weitere Blicke, von denen abzuraten ist, sind: Der Ich-muss-aufs-Klo-Blick, Ich-brauche-den-Job-unbedingt-Blick und natürlich der „Ich-kann-eigentlich-gar-nichts-Blick.

Oder ihr wendet den Blick wirklich ab und starrt irgendwohin. Das suggeriert, man würde ganz angestrengt über etwas philosophieren. Und ganz ehrlich, wer will denn in seinem Unternehmen keinen großen Denker haben?

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