allcontentstrategy
Mann als Mini Mouse

Wie wird es danach – ein Seelenstriptease

Lesezeit: 3 Minuten

Ich studiere Content Strategie an der FH Joanneum in Graz. Das dritte Semester liegt hinter mir und seit Weihnachten ist es wieder die erste kurze Phase, die ein Verschnaufen zulässt, vorausgesetzt die Machbarkeitsstudie für die Masterarbeit wurde abgegeben. Im ersten Moment war ich sehr erleichtert diesen wichtigen Schritt absolviert zu haben gönnte etwas Entspannung nach einem erlebnisreichen Wochenende in Budapest und einer für die Projektarbeit schreibintensiven Woche. Als ich etwas zur Ruhe gekommen war, beschäftigte mich die Frage wie es nach dem Studium sein wird. Einerseits freue ich mich auf die zurückerlangte Freizeit, andererseits werde ich es auch missen.

Wie alles begann

Ich hatte bereits zweieinhalb Jahre zuvor meinen Bachelor abgeschlossen und nach einem viermonatigem Intermezzo für einen spanischen Online-Händler zweieinhalb Jahre in der Energiebranche gearbeitet. Dort hatte ich in der Produktentwicklung begonnen und mich in die Marketing- und Kommunikationsabteilung entwickelt. Wenn mich wer fragte wann ich mein Studium fortsetzen wollte, antwortete ich von Jahr zu Jahr:“Nächstes Jahr vermutlich.“ Es benötigte ein zufälliges Wiedersehen mit einer ehemaligen Studienkollegin, Erzählungen von ihr über den Studiengang Content Strategie und einen Besuch beim Tag der offenen Tür. Der Rest ist Geschichte, ein Aufnahmeverfahren später fand ich mich als berufsbegleitend Studierender wieder. Die Umstellung war eine Herausforderung, die Dienstage, Donnerstage, Samstage, zwei Wochenenden und zwei Wochen pro Semester waren mit einem Schlag für die darauffolgenden zwei Jahre verplant. An dieser Stelle könnt man meinen, dass es ja Ferien gibt. -Haha, so naiv war ich auch dies anfangs zu denken, jedoch fallen erfahrungsgemäß Projektarbeiten gerne in diesen Zeitraum. Dies wurde jedoch durch zum Großteil sehr interessante Vorlesungen entschädigt. Dennoch war die Arbeitslast eine hohe und regelmäßig 50 Wochenstunden zu arbeiten nicht mehr möglich. Ich war mir davor bewusst, dass meine Freizeit am meisten darunter leiden würde und kündigte es im Freundeskreis an. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an die Freunde, die noch da sind. Ich möchte an dieser stelle auf den Sarkasmus im vorigen Satz hinweisen, indem aber auch ein Funken Wahrheit steckt, de es ist natürlich alles andere als angenehm Freunde laufend vertrösten zu müssen.

Was sich geändert hat

Kurz und knapp hat sich für mich sehr viel geändert. Meine Rolle im Unternehmen ist eine andere, ich habe eine andere Sicht auf die Dinge und hinterfrage kritischer. Denke ich an meine Studienkolleginnen und Kollegen, haben von ihnen fast die Hälfte den Job gewechselt. Die Hintergründe dafür sind individuell verschieden, dass die Inhalte des Studiums dabei hilfreich waren, bestätigen alle. Was sich für mich noch geändert hat, ist die Wertschätzung der Freizeit. War es früher für mich gewöhnlich nach der Arbeit durch die Stadt zu spazieren oder auf dem Mountainbike die Wälder unsicher zu machen, sind diese Aktivitäten heute etwas Besonderes.

Cosis

Die Überschrift beschreibt einen Kosenamen, der sich eingebürgert hat, dessen Ursprung mir aber unbekannt ist, für meine Mitstudentinnen und Studenten. So abgedroschen es auch klingen mag, aber sie sind mir wirklich ans Herz gewachsen. Ich freue mich auf Präsenzwochen und Wochenenden, schlafe vor und aktiviere die Abwesenheitsnotiz meines privaten Mail-Accounts. Präsenzeinheiten sind intensiv, starten um 0900 und können bis 1900-2000 dauern. Danach finden aber noch die „verpflichtenden“ Jahrgangsevents statt, meist open end. Daran liebe ich die Gespräche, den Sarkasmus, das gute Essen, die guten Getränke und vor allem die tolle Gesellschaft. Kurz und knapp wurden für mich die tollen Leute in diesem Studiengang zu Freunden oder zumindest zu Bekannten, denen man definitiv nicht versucht aus dem Weg zu gehen, auch wenn man sie beim Hofer in der Jogginghose trifft. Dadurch stellt sich für mich auch die Frage, die sich auch im Titel wiederfindet. Wie wird es danach sein? Wir sind ein internationaler Studiengang und doch recht gut verteilt. Ich weiß nicht wie es werden wird, aber ich weiß, dass ich mich bemühen werde den Kontakt zu halten.

PS: Lieber Steirer (Hotel Weitzer), was gute Getränke betrifft, solltet Ihr eure Gelbe Muskateller Wahl überdenken.

Fotocredit Titelbild: Joscha Kollascheck

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

code