allcontentstrategy
Monkey smiling into camera

Prokrastination: Mein Äffchen und ich

Lesezeit: 3 Minuten

Inside the mind of a master procrastinator von Tim Urban – ein großartiger TED Talk der endlich veranschaulicht, was in mir und vieler meiner Studienkollegen vor sich geht. Unsere Lehrende an der FH hat uns gebeten über den Fortschritt unserer Masterarbeit zu berichten. Ich tue dies mit diesem Video. Vierzehn Minuten, die meine Arbeitsweise besser erklären, als ich es hier schriftlich tun könnte.

Jetzt nachdem du, lieber Leser, liebe Leserin, das Video nun verinnerlicht hast, möchte ich euch zeigen, wie ich meine Prokrastination lebe. Auch in mir schlummerte der Plan meine Masterarbeit mit ihren datierten 500 Stunden Arbeitspensum innerhalb von vier Monaten zu verfassen. 500 Stunden gut verteilt, beginnend mit Konzept und Recherche, gefolgt vom Praxisteil und schließlich der Verschriftlichung meiner Ergebnisse. Mittlerweile bin ich knapp über der Halbzeit und meine Stufen sind schon viel höher geworden.

Der Rational Decision Maker, wie er von Tim Urban liebevoll beschrieben wird, hat bei mir noch keine Überhand gewonnen. Ich sitze in Meetings oder im Auto und überlege mir, wie ich meine Masterarbeit noch besser aufbereiten könnte. Mein Instant Gratification Monkey zieht mir jedoch regelmäßig einen Strich durch die Rechnung. Bevor ich mich an meine Literaturrecherche setze, setzt mir mein kleines Äffchen lauter Flausen in den Kopf: Wie war das noch einem mit der Erfindung der Butter? Wie falle ich richtig aus einem Handstand? Kann ich einen abgelaufenen Germ noch retten? Welcher Lupinenkaffee kommt dem Kaffeegeschmack am nächsten? Dies sind nur einige meiner zuletzt recherchierten Themen, denen ich mich dann jeweils gut ein bis zwei Stunden hingegeben habe. Immerhin ist es wichtig zu wissen, wie man aus einem Handstand richtig fällt. (Und nein, ich kann keinen Handstand)

Monkey playing drums

Mein Instant Gratification Monkey hat mir in den letzten Wochen zu vielen neuen Hobbies verholfen. Für die Prokrastinierer unter meinen Lesern habe ich hier einen kleinen Auszug an wunderbaren Freizeitbeschäftigungen erstellt und mit Tutorials hinterlegt.

  • Kitesurfen – Ich empfehle die Tutorials von Kite College
  • Wellenreiten – Mein Tipp ist hier: How to Rip
  • Wakeboarden – hilft dir wenn du Kitesurfen lernen willst … Oder einfach weil es Spaß macht. Hier mein Tipp für den Wasserstart.
  • Salsa tanzen – Conny und Dado zeigen dir wie du deine Hüften bewegst
  • Wildkräuter sammeln – Mit diesem Video kannst du dir schon einen Salat sammeln
  • Squash – ist zwar ein Wintersport, macht aber auch im Frühling Spaß. Hier geht’s zur richtigen Haltung des Schlägers

All diese wunderbaren Dinge haben mir meinen Frühling enorm verschönert. Wenn da nicht auch manchmal mein Panic Monster zum Vorschein kommen würde. Gesehen habe ich es das erste Mal Ende März im Urlaub. Die Abgabe des Masterarbeitsexposés war notwendig. Panic Monster Nummer zwei erschien mir bei zwischenzeitlichen Abgaben für die noch offenen Vorlesungen. Nummer drei erschien mir Ende der Woche, als meine Betreuerin weitere Informationen zum Stand meiner Masterarbeit von mir wollte.

Just do it - tomorrow

Mein kleines Äffchen ist jedoch immer noch sehr stark. Vielleicht ist es der Frühling. Vielleicht ist es die Sonne. Vielleicht ist es die Tatsache, dass mehr als die Hälfte meiner Studienkollegen erst im Herbst ihre Masterarbeit abgeben. Vielleicht ist es auch einfach nur der Spaß am Leben und all seinen Aktivitäten, die es mit sich bringt. Ich werde weiter prokrastinieren und immer etwas knapper an der Deadline sein. Geschafft habe ich es immer noch. Und wer weiß,…vielleicht wird mein Instant Gratification Monkey nun bald müde und ich kann meinem Rational Decision Maker wieder das Steuerrad übergeben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

code